Das Wichtigste in Kürze
  • CBD ist ein Bestandteil der Hanfpflanze und wirkt nicht berauschend.
  • In Deutschland werden CBD-Produkte als Lebensmittel oder Kosmetik verkauft, nicht als Arzneimittel.
  • Zur Wirkung gibt es Untersuchungen, aber keine belastbaren Aussagen für frei verkäufliche Dosierungen.
  • Die Kaugummi-Form ist vor allem eine Frage der Bequemlichkeit.

Was CBD ist – und was es nicht ist

Cannabidiol, kurz CBD, ist einer von über hundert Wirkstoffen der Hanfpflanze. Gewonnen wird es aus Sorten, die kaum oder kein THC enthalten – jenen Bestandteil, der die berauschende Wirkung von Marihuana ausmacht. CBD selbst wirkt nicht berauschend und verändert das Bewusstsein nicht.

Rechtlich ist die Einordnung in Deutschland weniger eindeutig, als der volle Drogerieregal-Eindruck vermuten lässt. CBD-Produkte werden als Lebensmittel, Kosmetik oder Aromaprodukt verkauft; als Arzneimittel sind sie in dieser Form nicht zugelassen. Entsprechend dürfen Anbieter keine Heilversprechen aussprechen – und entsprechend zurückhaltend sollte man Werbeaussagen lesen.

Warum die Kaugummi-Form

CBD gibt es als Öl, Kapsel, Creme, Getränk und eben als Kaugummi. Der Unterschied liegt weniger in der Substanz als in der Handhabung: Ein Kaugummi lässt sich unauffällig und ohne Dosierpipette verwenden, hat einen definierten Gehalt pro Stück und schmeckt für viele angenehmer als Öl, dessen herber Eigengeschmack häufig als unangenehm beschrieben wird.

Dem steht gegenüber, dass die aufgenommene Menge pro Kaugummi vergleichsweise gering ist und stark davon abhängt, wie lange gekaut wird. Wer eine bestimmte Menge zuführen möchte, dosiert mit Öl oder Kapseln präziser.

Was sich zur Wirkung sagen lässt

Hier ist Vorsicht angebracht, und zwar mehr, als in der Produktwerbung üblich. Zu CBD existieren zahlreiche Untersuchungen, unter anderem zu entzündungsbezogenen und schmerzbezogenen Fragestellungen. Ein Teil davon stammt aus Zell- oder Tierversuchen, ein Teil arbeitet mit Dosierungen, die deutlich über dem liegen, was ein frei verkäufliches Produkt enthält.

Daraus folgt: Berichte einzelner Anwender über Entspannung oder besseren Schlaf sind Erfahrungsberichte, keine Belege. Für die Regeneration nach dem Training ist die belastbare Grundlage weiterhin unspektakulär – Schlaf, ausreichende Energiezufuhr und geplante Entlastungswochen im Trainingsplan. Wer mit Medikamenten behandelt wird, sollte die Einnahme ärztlich abklären, da Wechselwirkungen beschrieben sind.

Eine viel zitierte Übersichtsarbeit zum Thema findet sich in der medizinischen Literaturdatenbank PubMed unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25935511.

Wo es die Produkte gibt

CBD-Kaugummis sind in Drogeriemärkten, in Teilen des Lebensmitteleinzelhandels und in spezialisierten Onlineshops erhältlich. Die Verfügbarkeit im stationären Handel hat sich über die Jahre mehrfach geändert, weil die rechtliche Bewertung von CBD als Lebensmittelzutat immer wieder neu diskutiert wurde – Produkte verschwanden zeitweise aus den Regalen und kehrten später zurück.

Wer CBD Kaugummis kaufen möchte, sollte auf drei Angaben achten: den ausgewiesenen CBD-Gehalt pro Stück, den THC-Gehalt und ein verfügbares Analysezertifikat. Fehlt eines davon, ist unklar, was tatsächlich enthalten ist.

Preislich liegen die Produkte deutlich über gewöhnlichem Kaugummi. Ob das den erwarteten Effekt rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden – belastbar versprechen lässt sich er nicht.

Wie man Produktangaben liest

Bei CBD-Produkten lohnt sich der Blick auf drei Zahlen, und zwar in dieser Reihenfolge. Erstens der Gehalt je Einheit in Milligramm – ohne ihn ist keine Aussage darüber möglich, ob überhaupt eine relevante Menge enthalten ist. Zweitens der THC-Gehalt, der für Wettkampfsportler entscheidend ist. Drittens das Analysezertifikat, und zwar für die gekaufte Charge, nicht für ein beliebiges Muster.

Was auf der Vorderseite steht, ist Marketing; was auf der Rückseite steht, ist überprüfbar. Produkte, die den Gehalt nur als Prozentangabe des Gesamtgewichts nennen, machen den Vergleich absichtlich schwer – die für den Anwender relevante Angabe ist Milligramm pro Stück.

Wer nach all dem dabei bleibt, hat zumindest eine informierte Entscheidung getroffen. Das ist mehr, als die meisten Produktseiten zu diesem Thema ermöglichen – und der eigentliche Zweck dieses Textes.

Weiterlesen: Regeneration nach dem Sport und Proteinchips.

Häufige Fragen

Macht CBD-Kaugummi high?

Nein. CBD wirkt nicht berauschend. Produkte im deutschen Handel müssen zudem unterhalb der zulässigen THC-Grenzwerte liegen.

Ist CBD in Deutschland legal?

CBD-Produkte werden als Lebensmittel oder Kosmetik verkauft und sind in dieser Form erhältlich. Als Arzneimittel sind sie nicht zugelassen, weshalb Anbieter keine Heilversprechen machen dürfen.

Wie viel ist in einem Kaugummi enthalten?

Das unterscheidet sich je nach Produkt erheblich und steht auf der Packung. Die tatsächlich aufgenommene Menge hängt zusätzlich davon ab, wie lange gekaut wird.

Kann CBD bei einer Dopingkontrolle auffallen?

CBD selbst steht nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur, andere Cannabinoide dagegen schon. Da Spuren davon in Produkten enthalten sein können, ist bei Wettkampfsport besondere Vorsicht geboten.