Der Liegestütz deckt das horizontale Drücken ab und lässt sich über Hand- und Fußhöhe feiner dosieren als fast jede Hantelübung.
Ausführung Schritt für Schritt
Liegestütz
- Hände etwa schulterbreit, Finger nach vorn, Ellenbogen zeigen schräg nach hinten.
- Der Körper bildet eine Linie von Kopf bis Ferse, Bauch und Gesäß bleiben angespannt.
- Absenken, bis die Brust knapp über dem Boden ist.
- Gleichmäßig nach oben drücken, ohne das Becken durchhängen zu lassen.
Häufiger Fehler
Wenn die Hüfte durchhängt, ist die Rumpfspannung verloren – dann ist die leichtere Variante die richtige, nicht die halbe Wiederholung.
Leichter und schwerer
| Variante | So geht sie |
|---|---|
| Leichter | Hände erhöht auf eine Tischkante oder Fensterbank stützen. |
| Schwerer | Füße erhöht auf einen Stuhl legen oder das Absenken auf drei Sekunden verlangsamen. |
Zwei Details, die den Unterschied machen
Die Ellenbogenposition ist das Detail, das über Schulterkomfort entscheidet. Von oben betrachtet sollen Oberarme und Rumpf ungefähr ein Pfeilform bilden, nicht ein T – also etwa 45 Grad abgespreizt. Das zweite Detail ist die Handstellung: Die Finger zeigen nach vorn, das Körpergewicht liegt auf der ganzen Handfläche, nicht nur auf dem Handballen. Wer das Gewicht Richtung Zeigefinger verlagert, entlastet das Handgelenk spürbar.
Die ersten vier Wochen
In den ersten vier Wochen wird die Stützhöhe gesucht, bei der acht bis zehn saubere Wiederholungen möglich sind – häufig ist das eine Tischkante oder eine niedrige Kommode. Von dort aus wird nicht die Höhe verändert, sondern zunächst die Wiederholungszahl gesteigert. Erst wenn drei Sätze zu fünfzehn Wiederholungen stehen, geht es eine Stufe tiefer, und die Zählung beginnt wieder unten.
Welche Muskeln arbeiten
Hauptlast tragen der große Brustmuskel, der Trizeps und der vordere Anteil des Deltamuskels. Zusätzlich hält die gesamte Rumpfmuskulatur den Körper in einer Linie – der Liegestütz ist deshalb immer auch eine Rumpfübung, was ihn vom Bankdrücken unterscheidet.
Sätze und Wiederholungen
Drei Sätze zu fünf bis fünfzehn Wiederholungen sind ein sinnvoller Rahmen. Wer noch keine saubere Wiederholung am Boden schafft, beginnt erhöht an einer Tischkante und senkt die Stützhöhe über die Wochen schrittweise ab – das ist die wirksamste Form der Steigerung ohne Gerät.
Beim Absenken einatmen, beim Drücken ausatmen.
So steigerst du diese Übung
Die wirksamste Steigerung ist die Stützhöhe: von der Wand über die Tischkante und eine niedrige Stufe bis zum Boden, danach mit erhöhten Füßen. Jede dieser Stufen ist eine eigene kleine Trainingsphase von mehreren Wochen. Erst danach lohnen Tempoänderungen oder einarmige Vorstufen. Wer die Höhe zu schnell absenkt, verliert die Körperlinie – und damit den Teil der Übung, der den Rumpf trainiert.
Woran du Fortschritt erkennst
Der erste sichtbare Fortschritt ist nicht die Zahl, sondern die Körperlinie: Sie bleibt länger stabil, bevor die Hüfte durchhängt. Danach kommen die Wiederholungen, und erst zuletzt die niedrigere Stützhöhe. Ein guter Prüfpunkt sind drei Sätze zu zwölf sauberen Wiederholungen auf einer Stufe – wer die hat, schafft am Boden meist mehr, als er denkt. Wer die Höhe absenkt und plötzlich nur noch drei Wiederholungen schafft, ist genau richtig: Das ist der Punkt, an dem eine neue Phase beginnt.
Wie sie sich zu ähnlichen Übungen verhält
Gegenüber dem Bankdrücken hat der Liegestütz den Vorteil, dass der Rumpf mitarbeitet und die Schulterblätter frei beweglich bleiben – das gilt als schulterfreundlicher. Der Nachteil ist die begrenzte Steigerbarkeit, sobald die schwersten Varianten erreicht sind. Zu Dips verhält er sich ergänzend: Dips drücken nach unten und treffen den Trizeps direkter, der Liegestütz drückt nach vorn und betont die Brust. Beide zusammen decken das Drückmuster vollständig ab.
Was sie im Alltag bringt
Das Muster – sich vom Boden oder von einer Fläche abdrücken – kommt im Alltag seltener vor als die Kniebeuge, ist aber genau deshalb bei vielen unterentwickelt. Es hält die Schultermuskulatur belastbar, die im Sitzalltag kaum gefordert wird.
Im Wochenaufbau steht Liegestütz in der Gruppe „Brust · Trizeps". Der Trainingsplan-Generator setzt sie automatisch ein, sobald das passende Equipment gewählt ist. Wer selbst zusammenstellt, findet in der Übungsdatenbank Alternativen für dasselbe Bewegungsmuster.
Häufige Fragen zur Übung
Warum schaffe ich keinen einzigen Liegestütz?
Weil der Boden die schwerste Variante ist, nicht die erste. An einer Tischkante oder Fensterbank schafft fast jeder mehrere saubere Wiederholungen; von dort aus senkt man die Höhe über Wochen ab.
Wie eng sollen die Hände stehen?
Etwa schulterbreit, mit den Ellenbogen schräg nach hinten statt seitlich abgespreizt. Ein sehr enger Griff verlagert die Arbeit auf den Trizeps, ein sehr weiter belastet das Schultergelenk stärker als nötig.
Was tun, wenn die Handgelenke wehtun?
Auf Griffe oder zwei Kurzhanteln stützen, damit das Handgelenk gerade bleibt. Hilft das nicht, ist die Beweglichkeit im Handgelenk der begrenzende Faktor und gehört gezielt bearbeitet.
Bringt es etwas, sehr langsam zu machen?
Ja, ein Absenken über drei Sekunden erhöht die Spannungsdauer deutlich und ist eine der einfachsten Steigerungen, wenn die Wiederholungszahl schon hoch ist.
